Eckdaten
Kategorie:
Abenteuer + Berichte
Ort:
-
Bewertung:
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Beschreibung:
Solo auf Tour in fremden Gefielden.
Wegen einer in Italien angelachten Verkühlung – soviel Regen in einer Woche habe ich dort noch nie erlebt – war hochkurbeln nicht zu empfehlen. Also studierte ich die Wanderkarten und benützte ich die nächstgelegene bekannte Kärntner Bahn für den Aufstieg - dieses Projekt ging mir schon länger im Kopf herum.
Frühzeitig auf die erste Bahn wartend und dann beim Hochfahren fühlte ich mich als einziger und offensichtlich hier am Berg äußerst seltener Mountainbiker von manchen Fahrgästen etwas seltsam angeschaut und erläuterte in durchaus netten Gesprächen mehrfach, dass ich kein „Downhiller“ sondern ein Trail Fan bin und den feinen Unterschied dazwischen. Leicht zu bemerken, dass ich von einigen als Verrückter bezeichnet worden wäre, hätte ich sie gefragt. Aber es gab kein böses Wort und auch etwas Interesse.
Nach der Bergankunft auf mehr as 2300 Meter hieß es zunächst ein paar Minuten Aufwärtstreten und Tragen bis zum Traileinstieg, den ich nach kurzem Suchen fand. Vor mir lagen ein herrlicher Talkessel und etwa 600 Höhenmeter unter mir eine Alpe. Gut, dass die Ziele der anderen Fahrgäste bei den Berghütten bzw. der Wanderer bergaufwärts lagen und mein Trail nach unten führt.
Anfangs ging es über Felsplatten und Gras mit Spitzkehren, dann wurde es steiler, verblockter und immer anspruchsvoller. Hatte ich zunächst wegen der wunderbaren Landschaft fotografiert, so legte ich bald jeweils nach kurzem Ride kleine Verschnaufpausen zum Fotografieren ein und war froh darüber. Weiter unten wechselte der Trail auf die andere Hangseite und grub sich mehr ein, dazwischen Spitzkehren, Blöcke und Stufen mit Engstellen. Trailerherz was willst du mehr.
Langsam begann die Bewaldung und die Neigung nahm ab, der Trail blieb aber bis kurz über der Alpe anspruchsvoll, und ich dachte mehrfach an Freund Julius, der sicher seine helle Freude hätte und wahrscheinlich im Unterschied zu mir mit einiger Anstrengung alles durchfahren könnte. Denn natürlich fährt man im Alleingang wesentlich zurückhaltender und Spoting an schwierigen Stellen spielt´s halt auch nicht. Trotzdem hatte es mich einmal seitlich hingelegt und ich verspürte am Knöchel unter dem Socken ein leichtes Brennen wie von einer Abschürfung. Über die Alpe und weiter Talabwärts führte ein Karrenweg, bikerisch leider uninteressant. Vielleicht wäre da Richtung Bahn noch ein Singletrail zu finden. Nach verschiedenen Zweifeln an der gewählten Route bot sich zum Schluss noch ein kurzer Abstecher in eine Schlucht, aber mit bekannten Vorarlberger Schluchtwegen nicht vergleichbar. Zu Hause beim Duschen bemerkte ich dann eine 2 cm lange aber tiefe Rissquetschwunde neben dem Knöchel, offensichtlich von einem Pedal-Pinn. Aufgepinnt wie ein Käfer? Die Fahrt in die Krankenhaus-Ambulanz zum Nähen war nicht zu vermeiden.
Resumée:
Herrlicher, von Wanderern offensichtlich völlig links liegen gelassener, anspruchsvoller Trail ohne Absturzrisiko in wunderbarer Landschaft, trotzdem im Team sicherlich voll fahrbar - und sicher nicht der einzige.
WEITERE GENIALE BILDER UNTER: http://www.xitrail.com
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