Steinbeißer - Abgründige Schönheit. . Österreich . Vorarlberg . -
Autor
Julius
Österreich
Eckdaten
Kategorie:
Abenteuer + Berichte
Ort:
-
Bewertung:
weitere Informationen
Beschreibung:
Einen Trail wie diesen gibt es nicht allzu oft - in Hinblick auf Fahrer und Material ist das allerdings auch kein Fehler.
Der Virus der letzten Wochenenden scheint ausgeheilt, heute sind wir zu sechst am Start zu einer neuen Herausforderung. Dabei sind, außer mir, Gerd, Ralf, Ronnie, Udo und Werner; wahrlich ein Großaufgebot. Dafür sind wir mit 09.00 Uhr Aufbruchszeit nicht gerade sehr zeitig dran, was wir später in der Gluthitze des Tages noch übel zu spüren bekommen werden.
Die Tour beginnt mit einem flotten Trail über eine lange, coupierte Bergflanke, der so richtig Spass aufkommen läßt. Der Tag ist sonnig und unsere Laune ebenso.
Eine Stunde später stehen wir in einem prächtigen Talkessel, der zum Picknick einladen würde, wenn da nicht der Berg vor uns wäre. Also schultern wir halt einmal mehr unsere Bikes und tauschen himmlischen Frieden gegen Schinden und Schnauben. Immerhin fliegen uns die Höhenmeter, dank ziemlicher Direttissima des Weges, nur so um die Ohren.
Manche Stelle wird mit Argwohn beäugt, wir wollen hier ja auch wieder runter. Nach und nach wird der verblockte Weg immer noch verflixter, sodaß wir uns die zweifelnden Kommentare immer öfter verkneifen und erstmal einfach weiterstapfen und uns mehr mit der wirklich traumhaften Bergkulisse in diesem Teil unserer Heimat befassen. Das ist auch gut so und schon nach rund 2 Stunden Aufstieg, die wie im Flug verstreichen, haben wir den höchsten Punkt des heutigen Unternehmens erreicht. Udo sinniert wohl zu diesem Zeitpunkt bereits wieder darüber, nach der Tour noch auf´s Gsohl zu radeln...
Ein wenig rasten, die Landschaft genießen und auch digitalisieren, Schützer anziehen (bis auf Gerd, der diese bei so einer Mädchentour doch lieber Zuhause ließ, um nicht zu sagen vergaß), ein wenig durchatmen und ab in den Trail.
Der obere Teil zeigt sich von der flowigen Seite, S-4 Stellen sind aber auch hier schon an der Tagesordnung und nicht das Ende der Fahnenstange. Während die einen noch mit viel Wonne um ausgesetzte Ecken hoppeln, fliegen die anderen schon vereinzelt mal ab, was für ein Trail! Die Kinder einer Hamburger Schulklasse, die uns entgegenkommen und fragen, weshalb wir denn hier runter fahren, schauen jedenfalls etwas konsterniert drein, als ich erkläre: "wel das soviel Spass macht", während Ronnie und Gerd praktisch zeitgleich in die Pampas fliegen. Die nehmen wohl auch einen nachhaltigen Eindruck über Österreicher mit nach Hause, der vielleicht zweifelhafter Natur sein könnte.
Uns egal. Die Schwierigkeiten scheinen mit jedem Meter zuzulegen, immer noch enger die Furchen, noch vertrackter die Felsstufen und Spitzkehren und noch fieser die weit vorstehenden Felsbrocken, die sich alle Mühe geben, das bockende Vorderrad endgültig in Gefangenschaft zu nehmen, um den Fahrer in weitem Bogen abzuwerfen. Die Kräfte schwinden entsprechend schnell und irgendwann ist es soweit, daß sich in einigen Bereichen Fahrversuche nicht mehr lohnen, da alleine schon das Losfahren nicht mehr so recht gelingen mag. Also schieben wir die Bikes halt ein Stück des Weges wieder runter, davon bricht ja auch keinem ein Stein aus der Krone.
Nach einem desaströsen Mittelteil wird der Weg dann wieder "fahrbar"; mühsamst zwar, aber es geht. Das heißt im Klartext, daß es zwischen heftigsten Passagen auch wieder erträgliche Zwischenstücke gibt, und daß wieder etwas mehr Tempo in die Truppe kommt. Aber auch hier zeigt der Trail immer noch seine archaische Brutalität, läßt uns schinden und schwitzen und beschert noch manche Schrammen oder Bläueler.
Irgendwann ist auch das vorbei, wir stehen im Talkessel, von Bergriesen umringt, und sind ziemlich fertig. Nützt wenig, jetzt gibt´s noch einen letzten Aufstieg bei sengender Hitze, der die letzten Körner kostet. Schließlich, zum würdigen Abschluß, jagen wir mit Karacho auf einem souligen Genußtrail zurück zum Ausgangspunkt der heutigen Höllentour.
Die versifften Schoner abgelegt, Rad in´s oder auf´s Auto, Schultern klopfen und das wars dann wieder mal. Zumindest fast, wir verabschieden uns natürlich nicht, ohne den Tag vorher noch bei einem kühlen Gerstensafterl zu reflektieren und schon die nächste Sado Maso Session anzuplanen. Eh klar: Nach der Tour ist vor der Tour.
WEITERE GENIALE BILDER UNTER: http://www.xitrail.com
Umliegende Touren:
- Montafon - Bergsucht
- X-tra wet
- Kärtnen Freeride
- Gamsfreiheit - Eine Erstbefahrung!
- Rad abstauben...
- mehr
Umliegende Aktivitäten:
- Heat - Gedankensplitter
- Alpencross 2002
- Springtime
- Schmuggler Pfade
- Gamsfreiheit - Eine Erstbefahrung!
- mehr