Eckdaten
Kategorie:
Abenteuer + Berichte
Ort:
-
Bewertung:
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Beschreibung:
Smarter 5-Seilbahnen Freeride für zwiscchendurch.
In einem BIKE vom Herbst 2005 war ein interessanter Artikel von Marco Toniolo zu finden: die 5-Seilbahn Tour in Meran. Nachdem Gerhard und mir die 3-Seilbahntour in Bozen gefallen hat, das war 2004, mußte nun wohl auch Meran etwas genauer unter die Lupre genommen werden.
Mai 2006, Werner (Fewe), Gerhard und ich finden uns in Schenna, im Hotel Fink, um uns mit unserem Tourguide Mauro zu treffen.Wir haben uns entschieden, die 5 Seilbahnen auf 2 Tage zu verteilen und dafür eine 6. Seilbahn dazuzugnehmen, ein gute Entscheidung übrigens.
Tag 1: Abfahrt um 04.30, ich bin eigentlich noch müde. Kaum in Schenna angekommen, Räder auspacken und zusammenbauen und den ersten Cappucino in die Figur stürzen. Mauro, unser Guide für heute ist schon da, also gasgeben. Einchecken im Hotel und los geht die Fahrt, mal leicht Auf, mal Ab zur ersten Seilbahn, dem Taser. Oben empfängt uns Nebel und Regen, der Tag ist ja herrlich heut. Erstmal ein paar Höhenmeter bergauf und ab in den ersten Trail, der vom Start weg so manche Nettigkeit zu bieten hat (S-2). Nass macht das ja auch viel mehr Spaß. Dafür ist´s im Tal trocken, ein Spiel, das sich so den ganzen Tag wiederholen soll.
Weiter zum Hirzer, im Prinzip das gleiche Spiel, der Trail ist nett, eine Herausforderung allerdings, selbst in nassem Zustand, kaum (S-1 bis S-2). Vorbei an der Bahn Meran 2000, die wir uns für morgen aufsparen, geht es in stetem Auf und Ab -mehr Auf allerdings- in Richtung Burgstall, wo wir gerade noch rechtzeitig eintreffen, um die stündlich fahrende Vöran - Bahn mit knapper Not zu erreichen. Der "Aufstieg" entlang einer zerklüfteten Felslandschaft ist imposant und wir erhaschen manch Blick auf den ausgesetzteren der beiden Trails die es hier zu fahren gibt.
Oben angekommen, ist erstmal eine Stärkung angesagt; in der gut geheizten Gaststube lassen sich die durchweichten Klamotten auch so einigermaßen entfeuchten und wärmen, von trocknen kann natürlich keine Rede sein. Da alles um uns in einem einigermaßen aufgeweichten Zustand ist, entschließen wir uns für die weniger ausgesetzte Abfahrtsvariante. Doch kaum angefahren, heißt es erstmal unterzustehen und Schutz vor dem jetzt prasselnden Regen zu finden. Das Theater ist schnell vorbei und wir können im gewohnten Nieselregen weiter fahren. Der Trail ist ohne besondere Schwierigkeiten und mit sehr viel flow zu fahren, bis wir auf an sich suprtolle Steinplattenwege gelangen, die allerdings mit Flechten bedeckt und im Moment so griffig wie Seifenlauge sind. Mit viel Glück gelingt mir der Eiertanz ohne Sturz, eine wenige Zentimeter schmale Spur nasses Laub ist oft die einzige Traktionshilfe. Dennoch: ganz kann ich den Weg nicht fahren, Gerhard und Werner auch nicht und unser Guide ebensowenig.
Wieder in Burgstall angekommen, beschließen wir nach einer Blitzdiskussion einhellig, die 2.Variante vom Vöran zu streichen; die besteht ebenfalls zu großen Teilen aus Steinplattenwegen und ist überdies auch noch ausgesetzt; heute wäre das nicht wirklich vernünftig. Also Rückfahrt nach Schenna, was uns auch noch ca. eine Stunde beschäftigt.
Zwischenbilanz in Schenna: Wir sind alle pitschnass - Räder und Fahrer ziemlich verdreckt - trotzdem findet sich in jedem Gesicht ein fettes Grinsen - 57 Km gefahrene Distanz - trotz Seilbahnen immer noch 1100 Hühenmeter Uphill - ca. 5000 Höhenmeter runter -alles noch ganz - Mauro hat´s 3X geschmissen, was diesen sichtlich wurmt - das Bier schmeckt - das Essen auch - die erste Flasche Wein fast so gut wie die zweite und dritte und der abschließende Sanddornschmaps von Werner war sowieso der Hit, auch wenn Gerhard und ich im Leben nie darauf gekommen wären, daß das ein Sanddorn ist...
Tag 2: Mit etwas schwerem Kopf versuche ich um 07.00 Uhr Frühstück zu bekommen, ist aber erst ab 07.30 Uhr, also ein kurzer Besuch im Pool. Danach Frühstück - reichlich - und Kaffe, noch reichlicher. Um 09.00 Uhr Treffen wir Christoph, unseren heutigen Guide, und um 10.00 Uhr gehts endlich los.
Wir nehmen als erstes Meran 2000 in Angriff, überwinden knappe 1300 Höhenmeter ohne viel Schweiß, und gönnen uns als Belohnung den ersten Maciato. Erst über ein paar Forstwege, finden wir schließlich in einen tollen Trail, der allerdings nur im obersten Abschnitt technisch genug für mich ist. Als Christoph bei der ersten Wonne-Passage absteigt, flitze ich flugs an ebendiesem vorbei, was der kaum fassen mag; sowas auch, ist ja seine Hausstrecke und nicht meine! Ansonsten viel Flow, zum Glück regnet es heute nicht mehr und die Trails sind auch einigermaßen trocken.
Nächste Station: Virgil. Rauf, Maciato, runter. Flüssige Trails, keine Aufregung. Na ja, war schon schön, ein paar tolle Drifts, viele tiefe Wasserrinnen zum durchsurfen, ein paar kleinere Sprünge. Und meine Bremsen beginnen zu quietschen, wie eine alte Eisenbahn Garnitur aus den 50`iger Jahren.
Nächste und letzte Station ist die Schwebebahn Rabland-Aschbach. Das Wetterglück von Heute ist in Gefahr. Während wir nach oben entschweben, schüttet es kräftig. Oben angekommen hat sich der Regenguß schon wieder weitestgehend erledigt und auch der Trail ins Tal ist noch in sehr gutem Zustand. Sehr flüssig, ein paar technische Stellen und eine tolle Aussicht ins Vinschgau bilden den Abschluß unserer 6-Seilbahn Tour in und um Meran. Werner hat diese Abfahrt überhaupt am besten gefallen und der würde am liebsten gleich noch einmal hoch; meine Bremsbeläge aind jetzt allerdings wirklich ultimativ am Ende und zudem haben wir auch langsam Hunger. Den stillen wir bei einem freundlichen Wirt, gleich an der Talstation, der uns auch unsere nicht sehr sauberen Bikes waschen läßt. Die kredenzten Nudeln sind allerdings eine recht herbe Enttäuschung.
Fazit: 2 schöne Tage, bei weniger schönem Wetter, in schöner Umgebung mit schönen, technisch aber nicht besonders fordernden Trails. Die Unterkunft war über jeden Zweifel erhaben und das Guiding mit Mauro und Christoph hat bestens gepasst (Ist echt ein Tipp! Wer sucht schon gerne rat- und rastlos nach oft schwer auffindbaren Trails, wenns mit freundlichen Guides eh viel mehr Spaß macht?) Das Package kann man also gelten lassen bzw. ist die Tour ein sehr guter Tipp für alle, die Singletrails lieben, ohne gleich ultra extremes Terrain befahren zu wollen.
Die Seilbahnen sind in/um Mewran allerdings ganz schön teuer, im Durchschnitt ca. 10.-€ pro Fahrt; Bozen (Ritten; Jenesien; Kohlern) kostet nur die Hälfte.
Unterkunft: Hotel Fink, Schenna
Guiding: Christoph`s Bikeclub
WEITERE GENIALE BILDER UNTER: http://www.xitrail.com