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Aktivität/Service

Urdenfrüggli . Switzerland . Graubünden . Lenzerheide

Autor

Julius

Julius

6800 Vorarlberg
Österreich

Eckdaten

Kategorie: Abenteuer + Berichte
Ort: -

Bewertung:

  • Spassfaktor

Website : http://www.xitrail.com

Region:

Switzerland, Graubünden, Lenzerheide, -

Google Map:

weitere Informationen

Beschreibung:

Tolle Bündner Rundtour mit Freeride Elementen.

Ein schöner Sonntag –EIN SCHÖNER SONNTAG IM SOMMER 2005- raus und auf´s Bike. Vier Mann hoch, Werner, Gerd, Gerhard und meine Geringfügigkeit, fahren wir heute eine knappe Stunde nach Lenzerheide, das Eck ist schon längst wieder mal überfällig.

Parkplatz Rothornbahn: Auspacken, Bikes zusammen bauen, wir sind noch im morgendlichen Schatten des Rothornes, es ist kalt und unlustig. Neben uns mühen sich zwei Prophet Fahrer damit ab, den Bremssattel wieder sauber auf das erst aus- und jetzt wieder eingebaute Vorderrad zu justieren, so hat halt jeder sein Kreuz zu tragen…

Kollektives Austreten, dann klammes Antreten und auf ein paar Asphaltmetern nach Parpan, vorbei an Bausünden protzig geschmackloser „ich habe ein Chalet in der Schweiz“ Neureicher und ab in den ersten kleineren Anstieg. Erste Freude keimt auf und steigert sich erheblich, als wir den ersten feinen Trail unter die hungrigen Stollen nehmen. 500 hm schmelzen schnell dahin, bevor wir uns erst auf gemächlichem Forstweg, dann auf sausteilem, ruppigem Terrain und schließlich auf Singletracks zur einer lauschigen Alpe hocharbeiten. Auf der Alp heißts Labezeit bei Rivella und Süppli, keine Ahnung wie es schon Mittag sein kann, wir sind doch grad erst weg gefahrern, odr?

Gestärkt geht es weiter, an einigen friedfertigen Kühen und Wanderern vorbei. Das Auge erblickt abseits der geplanten Route einen verlockend aussehenden Trail, der uns auch nicht enntäuscht, und prompt einwenig über das Ziel hinausschießt und erst unterhalb von Arosa endet, was uns ein paar zusätzliche Höhenmeter auf Asphalt beschert. Wen kümmert das schon ernsthaft? Wir entschließen uns, nach erstaunlich kurzer Diskussion, in Arosa ein Seilbahnticket gegen ein paar Fränkli zu tauschen und so ein paar Höhenmeter zu sparen.

Bald baumeln je zwei Bikes an der Außenseite der Umlaufgondeln, die uns bergan bringen. Unter uns gleitet lautlos die schweißtreibend steile Auffahrt vorbei, der Puls auf gemächlichen 80 Schlägen, das anfangs schlechte Gewissen löst sich in einem Gefühl von süßer Dekadenz. Ich denke mir noch: „Seilbahn fahren ist unsportlich, feige, etwas für Weicheier und Warmduscher, …ach irgendwie schon vertretbar, eigentlich sogar fein, … wär ja schön blöd, jetzt noch da rauf zu treten! Raus aus der Bahn und einen klitzekleinen aber schönen Trai lrunter, bevor es ein paar Meter zum Urdenfürggli bergauf geht; wirklich geht, da an fahren nicht zu denken ist. Dafür bleibt Zeit, die hochalpine, fast surrealistisch anmutende Landschaft zu genießen; ein wenig verschwommen zwar, da mir jetzt der Schweiß auf die Innenseite meiner Brillengläser tropft, aber immerhin.

Auf dem Übergang heißt es noch einmal die Landschaft in sich einsaugen, ein letztes Mal für heute die Schienbein- und Ellbogen Protektoren zu adjustieren, tief durchatmen und „Ab die Post“. 1000 Höhenmeter am Stück, offiziell angelegter Singletrail vom Feinsten. Anfangs über eine fiese Steinwüste, die ihr Opfer fordert und auch findet, später auf den Spuren des legendären, leider vom Winde oder so ähnlich verwehten „Bike Attack“, über Almmatten, durch Wälder und über Wurzeln und Stufen, technisch, verspielt, flowig, mal sauschnell, mal sausteil, nie langweilig. Kurz vor dem Ende noch einmal sausteil und schwierig, noch ein paar kleinere Northshore Elemente, und Aus.

Noch ein Blick zum Rothorn, der Kopf voll wirrer Gedanken, überflutet von einem Feuerwerk an Sinneseindrücken, Müdigkeit, Zufriedenheit, Freude und Wehmut, alles gleichzeitig. Mechanisch Hände schütteln, Schulter klopfen, die Gruppe Schweizer vom Morgen ist auch wieder da, erzählen, dass auch sie eine super Tour hatten, ja wir auch, supertoll, Helm ab, Protektoren weg, Vorderrad raus, Rad ins Auto rein, frisches T-shirt, einsteigen, Türenschlagen, starten, losfahren.

Die Erlösung folgt kurz danach, bei erst einem, dann einem zweiten Weizen. Die Spannung fällt ab, unsere Geschichten beginnen sich zu einem bunten Bild zu verweben: Wir haben heute wieder einen Holy Trail gefunden.

WEITERE GENIALE BILDER UNTER: http://www.xitrail.com


 
 

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